Tja, das wars. Morgens packe ich noch schnell meine restlichen Sachen ein. Der Seesack ist noch voller als bei der Hinfahrt, weil jetzt auch mein Schlafsack darin Platz finden muss. Die Thermoskanne geht wirklich nicht mehr rein und muss an Bord bleiben. Reiseandenken brauche ich auch keine zu kaufen: kein Platz.
Sascha und Markus bringen mich zu meinem Quartier. Eigentlich ist es eine ziemliche Absteige, ein winziges Doppelzimmer, das nicht einmal ein richtiges Fenster hat. Also, es hat schon eins, aber das geht nicht nach draußen, sondern in einen Luftschacht, in den kein Tageslicht dringt. Aber eine Nasszelle mit Dusche und Toilette ist vorhanden, ebenso wie Fernseher und Klimaanlage (hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, ein Fenster wäre mir lieber gewesen).
Wir stellen das Gepäck ab und ich begleite die Jungs zurück zum Boot, um beim Tragen ihrer Einkäufe zu helfen und vom Ufer aus die Leinen los zu werfen. Jetzt, wo es ans Abschiednehmen geht, muss ich doch ziemlich heulen. Da die "gute Seemannschaft" auf Kreta verkauft worden ist und Markus sie im November dort abliefern wird, werde ich sie wohl nicht wiedersehen. Den Käpt'n hoffentlich schon, aber auch das wird dann nicht mehr das Gleiche sein.
Ich stehe an der Mole und sehe dem Schiff nach, bis ich es kaum noch am Horizont ausmachen kann. Es ist vorbei.
Ich gehe zum Hotel zurück, um erstmal ausgiebig zu duschen. Danach beginne ich, eine traurige "Doctor Who" Folge zu gucken. Keine Fernsehserie hat so herzzerreissende Abschiedsszenen wie "Doctor Who", und genau so etwas brauche ich jetzt. Da kann ich mir dann wenigstens einreden ich heule nur, weil der Film so traurig ist. Mein Fernsehvergnügen wird jäh unterbrochen, als ich etwas aus dem Bad über den Fußboden ins Zimmer huschen sehe: die Mutter aller Kakerlaken wuselt auf mich zu. Die Pause-Taste drücken, mir den Kopfhörer herunterreißen und nach meiner Sandale greifen ist eine einzige fliegende Bewegung. Kakerlaken gehen echt gar nicht, die finde ich noch schlimmer als Spinnen. Eine Spinne würde ich vielleicht noch versuchen, hinaus zu setzen, tierlieb wie ich bin, aber bei einer Kakerlake fallen alle Hemmungen. Sie stirbt einen schnellen knirschenden Tod unter meiner Sandale. Ich lasse die Leiche in der Zimmerecke liegen, weil ich will, dass die Hotelbesitzerin sie findet. Brrrrr. Danach mag ich nicht im Zimmer bleiben. Ich schnappe mir mein Buch und suche mir draußen ein schattiges Plätzchen. Soviel zu meiner Idee, die Tour mit einem Wohlfühltag an Land ausklingen zu lassen.
Fast wünsche ich danach, dass die Jungs gegen Wind und Welle nicht ankommen und noch einmal umkehren. Doch sosehr ich auch den Horizont absuche, die "gute Seemannschaft" ist längst außer Sicht und kommt auch nicht wieder.
Sascha und Markus bringen mich zu meinem Quartier. Eigentlich ist es eine ziemliche Absteige, ein winziges Doppelzimmer, das nicht einmal ein richtiges Fenster hat. Also, es hat schon eins, aber das geht nicht nach draußen, sondern in einen Luftschacht, in den kein Tageslicht dringt. Aber eine Nasszelle mit Dusche und Toilette ist vorhanden, ebenso wie Fernseher und Klimaanlage (hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, ein Fenster wäre mir lieber gewesen).
Wir stellen das Gepäck ab und ich begleite die Jungs zurück zum Boot, um beim Tragen ihrer Einkäufe zu helfen und vom Ufer aus die Leinen los zu werfen. Jetzt, wo es ans Abschiednehmen geht, muss ich doch ziemlich heulen. Da die "gute Seemannschaft" auf Kreta verkauft worden ist und Markus sie im November dort abliefern wird, werde ich sie wohl nicht wiedersehen. Den Käpt'n hoffentlich schon, aber auch das wird dann nicht mehr das Gleiche sein.
Ich stehe an der Mole und sehe dem Schiff nach, bis ich es kaum noch am Horizont ausmachen kann. Es ist vorbei.
Ich gehe zum Hotel zurück, um erstmal ausgiebig zu duschen. Danach beginne ich, eine traurige "Doctor Who" Folge zu gucken. Keine Fernsehserie hat so herzzerreissende Abschiedsszenen wie "Doctor Who", und genau so etwas brauche ich jetzt. Da kann ich mir dann wenigstens einreden ich heule nur, weil der Film so traurig ist. Mein Fernsehvergnügen wird jäh unterbrochen, als ich etwas aus dem Bad über den Fußboden ins Zimmer huschen sehe: die Mutter aller Kakerlaken wuselt auf mich zu. Die Pause-Taste drücken, mir den Kopfhörer herunterreißen und nach meiner Sandale greifen ist eine einzige fliegende Bewegung. Kakerlaken gehen echt gar nicht, die finde ich noch schlimmer als Spinnen. Eine Spinne würde ich vielleicht noch versuchen, hinaus zu setzen, tierlieb wie ich bin, aber bei einer Kakerlake fallen alle Hemmungen. Sie stirbt einen schnellen knirschenden Tod unter meiner Sandale. Ich lasse die Leiche in der Zimmerecke liegen, weil ich will, dass die Hotelbesitzerin sie findet. Brrrrr. Danach mag ich nicht im Zimmer bleiben. Ich schnappe mir mein Buch und suche mir draußen ein schattiges Plätzchen. Soviel zu meiner Idee, die Tour mit einem Wohlfühltag an Land ausklingen zu lassen.
Fast wünsche ich danach, dass die Jungs gegen Wind und Welle nicht ankommen und noch einmal umkehren. Doch sosehr ich auch den Horizont absuche, die "gute Seemannschaft" ist längst außer Sicht und kommt auch nicht wieder.
- Location:Zakynthos
- Mood:
sad
Wir schlafen aus und faulenzen lange herum. Dann versuchen Sascha und Markus, die zweite Lichtmaschine zu reparieren, allerdings ohne Erfolg, während ich (mit Erfolg) meine bereits gelesenen Bücher an eine britische Nachbaryacht vertausche, damit ich für den Rückflug noch etwas zu Lesen habe. Abends beginne ich dann zu packen. Dabei wird mir erst so richtig klar, dass der Törn jetzt für mich vorbei ist, und so sehr ich mich unterwegs immer wieder auf zu Hause gefreut habe, werde ich jetzt doch etwas traurig.
- Location:Zakynthos
- Mood:
depressed
Vor Keri liegt die kleine Felseninsel Marathonisi (ja, ich finde auch, dass die Griechen bei der Namensgebung nicht so wahnsinnig einfallsreich sind). Dort machen wir morgens noch einen Badestopp. Das Wasser ist wunderbar klar und wimmelt von Fischen (die angeblich bissig sind, behauptet zumindest Sascha, mich hat keiner angeknabbert). Außerdem gibt es zwei Grotten, in die man mit dem Schlauchboot fahren oder hineinschwimmen kann. Ich bin eigentlich gar nicht recht in der Stimmung zum Schnorcheln, denn wir müssen uns dieses kleine Paradies mit etlichen Motorbootfahrern und Ausflugsboot-Touristen teilen, was meine Freude doch schwer mindert, aber dann lockt mich das schöne türkise Wasser doch, zumal es meine wahrscheinlich letzte Chance ist, nochmal ins Mittelmeer zu springen bevor ich nach Hause fliege. Ich schnappe mir also die Taucherbrille und gehe doch nochmal ins Wasser. Es hat sich gelohnt. Vor allem in einer der beiden Grotten stehen jede Menge verschiedener Fischschwärme und auch rund um das Boot gibt es jede Menge zu sehen.
Dann fahren wir nach Zakynthos Stadt, meinem endgültig letzten Stopp auf diesem Törn. Wieder unter Motor, da sich kein Lüftchen regt.
Zakynthos ist so lala, nicht unbedingt ein Ort, an dem ich länger bleiben müsste. Nachdem wir im Reisebüro bestätigt haben, dass es wirklich keine Fährverbindung von Korfu hierher gibt, ist klar, dass Sascha und Markus bald weiter müssen, um Kurt und Thomas abzuholen. Ich miete mir deshalb ein Zimmer für die letzte Nacht in Griechenland (von Montag auf Dienstag), so dass Sascha und Markus am Montag schon weiter können.
Dann fahren wir nach Zakynthos Stadt, meinem endgültig letzten Stopp auf diesem Törn. Wieder unter Motor, da sich kein Lüftchen regt.
Zakynthos ist so lala, nicht unbedingt ein Ort, an dem ich länger bleiben müsste. Nachdem wir im Reisebüro bestätigt haben, dass es wirklich keine Fährverbindung von Korfu hierher gibt, ist klar, dass Sascha und Markus bald weiter müssen, um Kurt und Thomas abzuholen. Ich miete mir deshalb ein Zimmer für die letzte Nacht in Griechenland (von Montag auf Dienstag), so dass Sascha und Markus am Montag schon weiter können.
- Location:Zakynthos
- Mood:
indifferent
Die See ist spiegelglatt, als wir am nächsten Tag nach Keri auf Zakynthos aufbrechen. Meine letzte längere Überfahrt auf der "guten Seemannschaft" findet also unter Motor statt. Dafür kommen uns aber ein paar übermütige Delphine besuchen. An unserer Bugwelle finden sie zwar heute kein Interesse, aber zwei von ihnen, wahrscheinlich zwei Jungtiere, drehen eine ausgelassen weite Runde um unser Schiff und springen dabei immer wieder weit aus dem Wasser. Wie in einer Delphinshow. Ich bin sehr froh, zum Abschluss der Reise noch einmal Delphine gesehen zu haben und schaue ihnen wehmütig nach, als sie zu ihrer Schule zurückkehren. Eine Weile sehen wir die Rückenflossen in der Ferne noch auftauchen, dann sind sie weg.
Wir ankern vor der kleinen Mole in Keri. Unser Anker hält erst im dritten Versuch, dafür dann aber richtig gut.
Wir ankern vor der kleinen Mole in Keri. Unser Anker hält erst im dritten Versuch, dafür dann aber richtig gut.
- Location:Keri
- Mood:
grateful
Was haben Pompeii und Olympia gemeinsam? Ich war nicht da. Als morgens der Wecker klingelt, habe ich immer noch solche Kopfschmerzen, dass ich mir die 45 min Zugfahrt nicht antun will. Die Jungs fahren also alleine nach Olympia. Ich bleibe an Bord und höre Hörspiele auf dem Netbook. Schließlich haben wir Landstrom, das muss man ausnutzen. Allerdings fällt mir der Landstrom aus, als ich mir mit dem Wasserkocher ein chinesisches Nudelgericht zubereiten will. Da ich die Sicherung nicht finde, bleiben die Nudeln vorerst trocken undi das Hörspielvergnügen wird durch die Akkulaufzeit begrenzt.
Nachmittags gehen wir alle drei hoch zu Yannis. Der hat schon am Vortag bei uns vor dem Schiff gestanden und sein Kärtchen dagelassen. Seine Familie vermietet Fremdenzimmer (wer bitte macht Urlaub in Katakalo?) und betreibt eine kleine Landwirtschaft mit Wein, Oliven und Tomaten. Und um Kundschaft unter den Yachties anzulocken, bieten sie außerdem warme Duschen für 1 € an. Das scheint ganz gut zu funktionieren, die meisten Yachtbesatzungen pilgern den Berg hoch, um die Nasszelle in Anspruch zu nehmen und kauft dann auch gleich was bei der wirklich sehr netten Familie. Auch wir kommen mit einem Kilo Trauben, Tomaten, einem Pfund Oliven und einer Flasche Rosé wieder zurück.
Nachmittags gehen wir alle drei hoch zu Yannis. Der hat schon am Vortag bei uns vor dem Schiff gestanden und sein Kärtchen dagelassen. Seine Familie vermietet Fremdenzimmer (wer bitte macht Urlaub in Katakalo?) und betreibt eine kleine Landwirtschaft mit Wein, Oliven und Tomaten. Und um Kundschaft unter den Yachties anzulocken, bieten sie außerdem warme Duschen für 1 € an. Das scheint ganz gut zu funktionieren, die meisten Yachtbesatzungen pilgern den Berg hoch, um die Nasszelle in Anspruch zu nehmen und kauft dann auch gleich was bei der wirklich sehr netten Familie. Auch wir kommen mit einem Kilo Trauben, Tomaten, einem Pfund Oliven und einer Flasche Rosé wieder zurück.
- Location:Katakalo
- Mood:
amused
Wir fahren weiter nach Katakalo. Ein komischer Ort, der scheinbar nur gebaut worden ist, um Kreuzfahrttouristen und Yachties eine Möglichkeit zu geben, Olympia und Pirgos zu besuchen. Es gibt eine Hafenfront mit Restaurants und eine zweite Reihe mit Souveniershops, die allerdings nur geöffnet haben, solange ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt. Hinter dem Hafen gibt es etwas, was sich zwar "Strand" nennt, aber eher eine Piste für Offroad-Fahrer zu sein scheint. Wir gehen trotzdem ins Wasser, dass hier sehr flach und wahnsinnig warm ist. So warm hatten wir das bisher noch nicht, es muss deutlich über 30° haben, fühlt sich geradezu scheußlich an beim Hineingehen. Erst nachdem man ca. 200 Meter hinausgewatet ist, wird es etwas tiefer und kühler. Jeglicher Abkühlungseffekt wird aber beim wieder Hinauswaten wieder zunichte gemacht. Ein unbefriedigendes Badeerlebnis. Ich habe außerdem Migräne und bin entsprechend schlecht gelaunt.
- Location:Katakalo
- Mood:
cranky
Über den Hafen hatte das Hafenhandbuch so wenig gutes zu sagen, dass wir unsicher waren, ob wir überhaupt herfahren sollten. Doch wir sind positiv überrascht: der Hafen ist inzwischen ausgebaut und man liegt sehr ruhig und sicher. Ansonsten ist der Ort so unspektakulär, dass ich diesen Stopp fast komplett vergessen hätte beim Blog-Schreiben.
- Location:Kyparissia
- Mood:
blank
Wir fahren erst relativ spät los, schließlich haben wir heute nur eine relativ kurze Strecke vor uns. Doch dann spielt der Wind wieder überhaupt nicht so mit, wie er soll, sondern steht uns samt Welle genau entgegen. Ihn einfach ignorieren und unter Motor fahren geht auch nicht, dazu sind die Wellen zu hoch. Aufkreuzen ist also angesagt und es wird dann doch reichlich spät bis wir den winzigen Hafen Marathopoli erreichen. Die Einfahrt ist sehr schmal, überall liegen Felsbrocken herum, Teile der Mole, die ins Meer gewaschen wurden. Scheinbar haben die das hier öfter, mit den Wellen.
Dankbar nehmen wir das Angebot eines Fischers an, uns an einem größeren Fischerboot fest zu machen. Vom Ankern rät er uns dringend ab, weil überall Moorings herumliegen.
Der Ort ist unspektakulär, aber doch nicht ganz so häßlich, wie er auf den ersten Blick wirkt. Als wir zum Essen gehen wollen, ist es in den Geschäften und Restaurants überall verdächtig dunkel. Ein Stromausfall hat schon seit zwei Stunden die gesamte Ortschaft lahmgelegt. Gott sei dank geht der Strom gerade wieder an, als wir uns schon damit abgefunden haben, dass wir allenfalls einen Salat bekommen können.
Ich treffe drei nette junge Straßenhunde, die mich sofort zu ihrer besten Freundin erklären. Es ist gar nicht so leicht, die drei wieder los zu werden. Einen der dreien, eine junge Hündin, hätte ich am liebsten eingepackt und mitgenommen, die war bildhübsch und außerdem die unaufdringlichste3 von den dreien, ohne dabei scheu zu sein. Zum Abendessen finden sich dann auch wieder ein paar junge Katzen ein.
Dankbar nehmen wir das Angebot eines Fischers an, uns an einem größeren Fischerboot fest zu machen. Vom Ankern rät er uns dringend ab, weil überall Moorings herumliegen.
Der Ort ist unspektakulär, aber doch nicht ganz so häßlich, wie er auf den ersten Blick wirkt. Als wir zum Essen gehen wollen, ist es in den Geschäften und Restaurants überall verdächtig dunkel. Ein Stromausfall hat schon seit zwei Stunden die gesamte Ortschaft lahmgelegt. Gott sei dank geht der Strom gerade wieder an, als wir uns schon damit abgefunden haben, dass wir allenfalls einen Salat bekommen können.
Ich treffe drei nette junge Straßenhunde, die mich sofort zu ihrer besten Freundin erklären. Es ist gar nicht so leicht, die drei wieder los zu werden. Einen der dreien, eine junge Hündin, hätte ich am liebsten eingepackt und mitgenommen, die war bildhübsch und außerdem die unaufdringlichste3 von den dreien, ohne dabei scheu zu sein. Zum Abendessen finden sich dann auch wieder ein paar junge Katzen ein.
- Location:Maratohopoli
- Mood:
good
Es tut mir leid, dass meine Blogeinträge zur Zeit spärlicher werden. Irgendwie habe ich einfach nicht mehr die Energie und Motivation, jeden Tag einen mehr oder weniger ausführlichen Bericht zu verfassen. Vielleicht hat das was damit zu tun, dass ich in 9 Tagen nach Hause fliege. Und ich freue mich wahnsinnig drauf. Deshalb nur der Vollstänigkeit halber: von Kythira (wo wir einen weiteren Tag verbracht haben) sind wir nach Kaglio auf der Ostseite der Mani Halbinsel auf der Peloponnes (das ist der "Mittelfinger" wenn man so will) gefahren. Niedliches Dörfchen. Es ist verblüffend, wie viel anders die Dörfer hier aussehen als auf den Inseln der Ägäis. Natursteinhäuser statt weißgetünchter Würfel und steile aber meist recht grüne Berghänge drum herum. Schaut ein bisschen aus wie in Südfrankreich, finde ich und macht einen etwas milderen Eindruck als die doch teilweise recht schroffe und karge Inselwelt.
Von Kaglio ging es weiter nach Gerolimin, einem weiteren Mani-Dorf. Die Örtchen sind schon ziemlich vom Tourismus geprägt und bestehen hauptsächlich aus Tavernen und Pensionen sowie einen kleinen Strand, aber ein Massenansturm gibt es nicht. Kein Wunder, auf dem Landweg ist es schon eine ziemliche Fahrerei, bis man hier unten ankommt.
Inzwischen sind wir in Methoni, einer venezianischen Hafenstadt im äußersten Südwesten der Peloponnes. Ich muss sagen, dass mir vor dieser Reise nicht klar war, wie riesig das venezianische Reich in der frühen Neuzeit war. Ich meine, es war mir schon klar, dass Venedig reich und einflussreich war, aber ich hatte mir da mehr eine blühende Handelsstadt und gute diplomatische Beziehungen durch Heirat und so etwas vorgestellt. Von der schieren militärischen Macht, die die Venezianer in der gesamten Ägäis und im ionischen Meer verkörpert haben, hatte ich keine Ahnung. Wir sind auf kaum einer Insel und in kaum einem Ort auf dem Festland gewesen, wo es kein venezianisches Kastell gab. Und das sind Festungsanlagen, die sich gewaschen haben.
Von Kaglio ging es weiter nach Gerolimin, einem weiteren Mani-Dorf. Die Örtchen sind schon ziemlich vom Tourismus geprägt und bestehen hauptsächlich aus Tavernen und Pensionen sowie einen kleinen Strand, aber ein Massenansturm gibt es nicht. Kein Wunder, auf dem Landweg ist es schon eine ziemliche Fahrerei, bis man hier unten ankommt.
Inzwischen sind wir in Methoni, einer venezianischen Hafenstadt im äußersten Südwesten der Peloponnes. Ich muss sagen, dass mir vor dieser Reise nicht klar war, wie riesig das venezianische Reich in der frühen Neuzeit war. Ich meine, es war mir schon klar, dass Venedig reich und einflussreich war, aber ich hatte mir da mehr eine blühende Handelsstadt und gute diplomatische Beziehungen durch Heirat und so etwas vorgestellt. Von der schieren militärischen Macht, die die Venezianer in der gesamten Ägäis und im ionischen Meer verkörpert haben, hatte ich keine Ahnung. Wir sind auf kaum einer Insel und in kaum einem Ort auf dem Festland gewesen, wo es kein venezianisches Kastell gab. Und das sind Festungsanlagen, die sich gewaschen haben.
- Location:Methoni
- Mood:
pleased
Na bitte, geht doch. Zum ersten Mal seit Langem ist uns das Wetter gnädig und wir segeln bei fast glatter See Richtung Antikythira. Als wir um ca. 13 Uhr kurz vor der Hafeneinfahrt stehen, holt der Wetterbericht uns jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück. Windstärke 6 bis 7 aus Nordost sagt er für die nächsten 24 Stunden vorraus. Der einzige Hafen von Antikythira ist nach Norden offen wie ein Scheunentor. Hier wollen wir nicht von hohen Wellen aus Nord überrascht werden. Wir beschließen darum, gleich nach Kapsali auf Kythira zu fahren.
- Location:Kythira
- Mood:
optimistic
Heute zahlt Sascha seinen Tribut für den Schlafmangel der letzten Tage. Das Geschaukel haut ihn aus den Latschen und nachdem er sein Frühstück über Bord gepieen hat, streckt er sich auf der Cockpitbank aus und verschläft den Rest des Tages.
Wir überlegen kurz, heute schon nach Antikythira zu fahren, halten dann aber doch an unserem ursprünglichen Plan fest, einen Stop auf Gramvousa zu machen. Diese kleine Insel an der äußersten Nordwestspitze Kretas wird von vielen Ausflugsbooten angefahren, die tagsüber hunderte Touristen hier absetzen. Es gibt ein venezianisches Kastell zu besichtigen und einen kleinen Strand. Spätnachmittags hauen die Schiffe samt Touristen wieder ab und das unbewohnte Inselchen gehört wieder den Fischern und paar Hobby-Schiffern, die es hierher verschlägt.
Als wir versuchen, unseren Anker in der Bucht zu werfen, kommt ein Dingi angefahren. In schönstem Wienerisch erklärt uns der Insasse, dass wir auch an einer der Mooringbojen festmachen dürfen. Er heißt Costa und ist ein österreichisch-griechisches Halbwesen. Lustigerweise finden wir später noch heraus, dass er eben jener Costa ist, dessen Liegeplatz wir in Chania fast benutzt hätten.
Costa ist schon fast zwei Wochen hier und hat sich mit den Fischern in der Bucht angefreundet. Kurzerhand läd er uns für den Abend zu ihrem Essen ein. Außerdem fragt er über Funk bei den Fischern an, ob wir an der kleinen Mole festmachen dürfen. Wir dürfen, da das Fischerboot, das hier normalerweise liegt, heute Nacht in Kastelli bleibt.
Wir nutzen das restliche Tageslicht für einen Spaziergang zum Kastell, das tatsächlich ziemlich beeindruckend ist. Außerdem stellen wir erstaunt fest, dass die Insel mit Kaninchen bevölkert ist, und zwar nicht Wildkaninchen, sondern bunte Stallhasen in weiß und schwarz-weiß gescheckt.
Da wir uns nicht auf Kosten anderer durchfressen wollen, kochen wir an Bord Nudeln mit Gemüse und gehen erst danach zum Beisammensein von Fischern und Bootfahrern neben der kleinen Kapelle.
Die Fischer verbringen häufig die Tage zwischen ihren Fangtouren im Schutz der Insel, vor allem wenn das Wetter zu rau ist, um jeden Abend nach Kastelli zurück zu fahren. Und da sie ja irgendetwas essen müssen, haben sie sich einen Grill auf die Terasse der Kapelle gestellt, wo sie einen Teil ihres Fangs selbst verspeisen. Costa hat offenbar in den vergangenen Tagen und Wochen dafür gesorgt, dass daraus ein kleines gesellschaftliches Ereignis wird, indem er kurzerhand sämtliche in der Bucht liegenden Bootsbesatzungen ebenfalls eingeladen hat. So stolpern wir in ein regelrechtes Festgelage, zu dem jeder etwas beigesteuert hat (wir allerdings nur eine Flasche Rotwein und ein paar Salzstangen ... ). Es gibt Hummer mit Spaghetti, gegrillten Oktopus, Mittelmeer-Barracuda und noch irgendeinen anderen gegrillten Fisch, Rippchen, Salate und dazu mehrere Flaschen Wein. Obwohl wir eigentlich schon satt sind, als wir ankommen, werden wir genötigt, von allem zumindest zu probieren. Am Ende bekommen wir sogar noch einen halben Barracuda und das meiste vom Oktopus für den nächsten Tag mit auf den Weg.
Jetzt erfahren wir auch, was es mit den Kaninchen auf sich hat. Einer der Fischer, der mit seinen kleinen grauen Löckchen, seinem Rauschebart und seinen mächtigen Schultern aussieht wie eine lebendig gewordene Zeus-Statue, bringt immer mal wieder handaufgezogenen kleine Kaninchen mit auf die Insel und setzt sie hier aus. Legal ist das wahrscheinlich nicht, die Insel ist Naturschutzgebiet und die Kaninchen tun hauptsächlich das, was sie am besten können: fressen und sich vermehren. Der Fischer hat so aber einen Notvorrat für schlechte Zeiten und einmal im Jahr sorgt er mit der Schrotflinte dafür, dass der Bestand nicht überhand nimmt und fährt dann mit einem Schlauchboot voller Kaninchenbraten nach Hause.
Wir überlegen kurz, heute schon nach Antikythira zu fahren, halten dann aber doch an unserem ursprünglichen Plan fest, einen Stop auf Gramvousa zu machen. Diese kleine Insel an der äußersten Nordwestspitze Kretas wird von vielen Ausflugsbooten angefahren, die tagsüber hunderte Touristen hier absetzen. Es gibt ein venezianisches Kastell zu besichtigen und einen kleinen Strand. Spätnachmittags hauen die Schiffe samt Touristen wieder ab und das unbewohnte Inselchen gehört wieder den Fischern und paar Hobby-Schiffern, die es hierher verschlägt.
Als wir versuchen, unseren Anker in der Bucht zu werfen, kommt ein Dingi angefahren. In schönstem Wienerisch erklärt uns der Insasse, dass wir auch an einer der Mooringbojen festmachen dürfen. Er heißt Costa und ist ein österreichisch-griechisches Halbwesen. Lustigerweise finden wir später noch heraus, dass er eben jener Costa ist, dessen Liegeplatz wir in Chania fast benutzt hätten.
Costa ist schon fast zwei Wochen hier und hat sich mit den Fischern in der Bucht angefreundet. Kurzerhand läd er uns für den Abend zu ihrem Essen ein. Außerdem fragt er über Funk bei den Fischern an, ob wir an der kleinen Mole festmachen dürfen. Wir dürfen, da das Fischerboot, das hier normalerweise liegt, heute Nacht in Kastelli bleibt.
Wir nutzen das restliche Tageslicht für einen Spaziergang zum Kastell, das tatsächlich ziemlich beeindruckend ist. Außerdem stellen wir erstaunt fest, dass die Insel mit Kaninchen bevölkert ist, und zwar nicht Wildkaninchen, sondern bunte Stallhasen in weiß und schwarz-weiß gescheckt.
Da wir uns nicht auf Kosten anderer durchfressen wollen, kochen wir an Bord Nudeln mit Gemüse und gehen erst danach zum Beisammensein von Fischern und Bootfahrern neben der kleinen Kapelle.
Die Fischer verbringen häufig die Tage zwischen ihren Fangtouren im Schutz der Insel, vor allem wenn das Wetter zu rau ist, um jeden Abend nach Kastelli zurück zu fahren. Und da sie ja irgendetwas essen müssen, haben sie sich einen Grill auf die Terasse der Kapelle gestellt, wo sie einen Teil ihres Fangs selbst verspeisen. Costa hat offenbar in den vergangenen Tagen und Wochen dafür gesorgt, dass daraus ein kleines gesellschaftliches Ereignis wird, indem er kurzerhand sämtliche in der Bucht liegenden Bootsbesatzungen ebenfalls eingeladen hat. So stolpern wir in ein regelrechtes Festgelage, zu dem jeder etwas beigesteuert hat (wir allerdings nur eine Flasche Rotwein und ein paar Salzstangen ... ). Es gibt Hummer mit Spaghetti, gegrillten Oktopus, Mittelmeer-Barracuda und noch irgendeinen anderen gegrillten Fisch, Rippchen, Salate und dazu mehrere Flaschen Wein. Obwohl wir eigentlich schon satt sind, als wir ankommen, werden wir genötigt, von allem zumindest zu probieren. Am Ende bekommen wir sogar noch einen halben Barracuda und das meiste vom Oktopus für den nächsten Tag mit auf den Weg.
Jetzt erfahren wir auch, was es mit den Kaninchen auf sich hat. Einer der Fischer, der mit seinen kleinen grauen Löckchen, seinem Rauschebart und seinen mächtigen Schultern aussieht wie eine lebendig gewordene Zeus-Statue, bringt immer mal wieder handaufgezogenen kleine Kaninchen mit auf die Insel und setzt sie hier aus. Legal ist das wahrscheinlich nicht, die Insel ist Naturschutzgebiet und die Kaninchen tun hauptsächlich das, was sie am besten können: fressen und sich vermehren. Der Fischer hat so aber einen Notvorrat für schlechte Zeiten und einmal im Jahr sorgt er mit der Schrotflinte dafür, dass der Bestand nicht überhand nimmt und fährt dann mit einem Schlauchboot voller Kaninchenbraten nach Hause.
- Location:Gramvousa
- Mood:
chipper
Wir bleiben heute in Chania, weil Sascha an Bord kommt. Er ist nach einer durchzechten Nacht früh morgens von München nach Heraklion geflogen und hat seinen Hintern danach fast drei Stunden im Bus entlang Kretas Nordküste schaukeln lassen. Trotzdem ist er erstaunlich munter, als er ankommt. Scheinbar kann man sowas besser ab, wenn man erst 21 ist.
Abends finden wir eine nette kleine Taverne abseits vom Haupttouristenstrom, die uns mit Chania wenigstens etwas versöhnt.
Abends finden wir eine nette kleine Taverne abseits vom Haupttouristenstrom, die uns mit Chania wenigstens etwas versöhnt.
- Location:Chania
- Mood:
okay
Als wir Georgipoli am Morgen verlassen, fällt noch im Hafen unser GPS aus. Es kriegt einfach keine Verbindung zum Satelliten. Auch das Ersatzgerät, das wir daraufhin herauskramen, findet keine Position. Da der Hafen von etlichen Riffen umgeben ist, ist uns das mehr als unheimlich. Aber schließlich sind wir gestern auch schon in den Hafen hineingefahren und finden so nun auch wieder hinaus. Es dauert fast zwei Stunden, bis das GPS wieder eine Position anzeigt und auch danach verliert es die Verbindung noch ein paar Mal. Das ist so bisher bei uns nicht vorgekommen. Vielleicht hat es etwas mit den NATO Manövern zu tun, die zur Zeit irgendwo im östlichen Mittelmeer stattfinden. Oder vielleicht ist auch einer der Satelliten tatsächlich vorübergehend ausgefallen.
Wir müssen ein großes Kap runden, um nach Chania zu kommen. Wie eigentlich immer, seit wir auf Kreta sind, steht der Wind uns entgegen, ist aber inzwischen so weit abgeflaut, dass wir nicht einmal das Segel hochziehen. Nur unter Motor werden wir in der Kreuzsee vor dem Kap ordentlich durchgeschüttelt. Wir sind beide sehr froh, als wir endlich in Chania ankommen, auch wenn wir die Stadt und den Hafen als ziemliche Enttäuschung erleben. Im Hafen steht Schwell und an den Schwimmstegen im hinteren Hafenbecken, wo das Geschaukel am erträglichsten wäre, dürfen wir nicht bleiben, obwohl wir einen freien Platz entdecken. Der ist aber offenbar privat, ein Schildchen "reserved for Talos" steht daran und ein heimischer Segelbootbesitzer sagt: "Der Platz gehört Costa, keine Ahnung, wann der wieder kommt". Wir verholen also an einen der Gastplätze, wo wir zwischen zwei 15 bis 20 Meter Segelbooten einparken. Wir sehen aus wie ein Beiboot. Außerdem liegen wir jetzt mit dem Heck zur Hauptflaniermeile von Chania und jeder Depp guckt uns ins Cockpit.
Wir müssen ein großes Kap runden, um nach Chania zu kommen. Wie eigentlich immer, seit wir auf Kreta sind, steht der Wind uns entgegen, ist aber inzwischen so weit abgeflaut, dass wir nicht einmal das Segel hochziehen. Nur unter Motor werden wir in der Kreuzsee vor dem Kap ordentlich durchgeschüttelt. Wir sind beide sehr froh, als wir endlich in Chania ankommen, auch wenn wir die Stadt und den Hafen als ziemliche Enttäuschung erleben. Im Hafen steht Schwell und an den Schwimmstegen im hinteren Hafenbecken, wo das Geschaukel am erträglichsten wäre, dürfen wir nicht bleiben, obwohl wir einen freien Platz entdecken. Der ist aber offenbar privat, ein Schildchen "reserved for Talos" steht daran und ein heimischer Segelbootbesitzer sagt: "Der Platz gehört Costa, keine Ahnung, wann der wieder kommt". Wir verholen also an einen der Gastplätze, wo wir zwischen zwei 15 bis 20 Meter Segelbooten einparken. Wir sehen aus wie ein Beiboot. Außerdem liegen wir jetzt mit dem Heck zur Hauptflaniermeile von Chania und jeder Depp guckt uns ins Cockpit.
- Location:Chania
- Mood:
annoyed
Nachdem wir Manu und Tom verabschiedet haben, fahren Markus und ich weiter nach Georgipoli. Es hat viel Welle aber wenig Wind. Der winzige Hafen von Georgipoli liegt in einer Flussmündung und ist ziemlich tückisch anzusteuern, weil diverse Riffe in der Einfahrt liegen. Bei Seegang nicht wirklich ein Vergnügen.
Wir haben uns hier mit einem Kollegen von Markus und dessen Frau verabredet, die zur Zeit in der Gegend Urlaub machen. Als wir in den winzigen Hafen einlaufen, stehen sie schon am Ufer. Platz ist hier nicht wirklich für unsere stolze 9 Meter Yacht und wir parken in der zweiten Reihe, längsseits an einem Motorboot. Ich bin ziemlich stolz auf mich, weil ich es ohne Zögern (und ohne ins Wasser zu fallen) schaffe, auf das andere Boot hinüberzuspringen und unsere Leine festzumachen. Das Hochgefühl hält allerdings nicht lange an, weil ich kurz darauf ins Wespennest steche. Buchstäblich. Die netten Tierchen haben ihr Zuhause nämlich direkt neben der Belegklampe errichtet. Kann ich doch nicht ahnen, sowas. Ich werde aber nur einmal gestochen. Außerdem bestätigt sich wiedermal, dass Wespenstiche zwar wehtun, bei mir aber kaum anschwellen. Genaugenommen macht mir jeder Mückenstich mehr zu schaffen.
Wir haben uns hier mit einem Kollegen von Markus und dessen Frau verabredet, die zur Zeit in der Gegend Urlaub machen. Als wir in den winzigen Hafen einlaufen, stehen sie schon am Ufer. Platz ist hier nicht wirklich für unsere stolze 9 Meter Yacht und wir parken in der zweiten Reihe, längsseits an einem Motorboot. Ich bin ziemlich stolz auf mich, weil ich es ohne Zögern (und ohne ins Wasser zu fallen) schaffe, auf das andere Boot hinüberzuspringen und unsere Leine festzumachen. Das Hochgefühl hält allerdings nicht lange an, weil ich kurz darauf ins Wespennest steche. Buchstäblich. Die netten Tierchen haben ihr Zuhause nämlich direkt neben der Belegklampe errichtet. Kann ich doch nicht ahnen, sowas. Ich werde aber nur einmal gestochen. Außerdem bestätigt sich wiedermal, dass Wespenstiche zwar wehtun, bei mir aber kaum anschwellen. Genaugenommen macht mir jeder Mückenstich mehr zu schaffen.
- Location:Georgipoli
- Mood:
indifferent
Wir verbringen einen weiteren Tag in Rethymnon. Tom und beschließen, ihre letzten drei Urlaubstage an Land zu verbringen und begeben sich auf Quartiersuche. Nachmittags kommen sie wieder und haben ihren Erfolg auch schon gleich gebührend gefeiert. Unseren letzten gemeinsamen Abend verbringen wir damit, die gemeinsame Bordkasse auf den Kopp zu hauen, was uns nicht ganz gelingt. Zumindest Tom hat aber offenbar genug Alkohol abbekommen. Zumindest fällt er irgendwann im Laufe der Nacht ohne fremdeinwirkung aFs seiner Salon-Koje. Das kann natürlich passieren, so wahnsinnig breit sind die Dinger ja nicht. Erstaunlich ist allerdings, dass er dabei nicht einmal aufwacht oder auch nur sein Schnarchen unterbricht. Erst gut zwei Stunden später fällt ihm auf, dass etwas nicht stimmt und warum sein Bett heute gar so ungemütlich ist. Warum ich das so genau weiß? Weil der harte Kajütboden den Schnarchschall noch wesentlich besser überträgt als die gepolsterte Koje.
- Location:Rethymnon
- Mood:
amused
Das, was wir die letzten Tage immer zu viel hatten, haben wir jetzt zu wenig, Wind nämlich. Wir möppeln also weiter nach Rethymnon. Der dortige Hafen ist teilweise Marina-artig ausgebaut und wir machen an Schwimmsteg und Mooring fest. Bezahlen müssen wir nur den Strom, 4 Euro pro Tag.
Rethymnon ist laut Reiseführer einer der schönsten Orte in ganz Griechenland. So richtig teilen können wir diese Einschätzung nicht. Gut, die venezianische Altstadt hat bestimmt ihre Reize, versteckt sie aber ganz gut hinter ca. 1453 Souvenierläden und mindestens ebensovielen Eisdielen, Snackbars und anderen Touri-Etablisments. Es ist voll, es ist laut und vor jedem Restaurant steht ein Anreißer, der einem erzählt, dass sie den frischsten Fisch, die niedrigsten Preise und die schönste Aussicht haben. Ich empfinde es als anstrengend, einfach nur durch die Straße zu laufen. Wir werden dann aber doch fündig und entdecken ein kleines Straßenlokal (Rakomelo) in einer Hintergasse, das supergutes Essen zu sehr günstigen Preisen bietet, ein nettes Ambiente hat und wahrscheinlich genau deswegen ganz ohne aufdringliche Werbemaßnahmen auskommt.
Rethymnon ist laut Reiseführer einer der schönsten Orte in ganz Griechenland. So richtig teilen können wir diese Einschätzung nicht. Gut, die venezianische Altstadt hat bestimmt ihre Reize, versteckt sie aber ganz gut hinter ca. 1453 Souvenierläden und mindestens ebensovielen Eisdielen, Snackbars und anderen Touri-Etablisments. Es ist voll, es ist laut und vor jedem Restaurant steht ein Anreißer, der einem erzählt, dass sie den frischsten Fisch, die niedrigsten Preise und die schönste Aussicht haben. Ich empfinde es als anstrengend, einfach nur durch die Straße zu laufen. Wir werden dann aber doch fündig und entdecken ein kleines Straßenlokal (Rakomelo) in einer Hintergasse, das supergutes Essen zu sehr günstigen Preisen bietet, ein nettes Ambiente hat und wahrscheinlich genau deswegen ganz ohne aufdringliche Werbemaßnahmen auskommt.
- Location:Rethymnon
- Mood:
hungry
Von Heraklion wollen wir eigentlich direkt nach Rethymnon. Allerdings haben sich Welle und Wind wiedermal so gegen uns verschworen, dass wir nach sieben Stunden und sage und schreibe 13 zurückgelegten Seemeilen zugeben müssen, dass die verbleibenden 21 Seemeilen bis dorthin vor dem Dunkelwerden nicht zu schaffen sind. Wir weichen stattdessen in die näherliegende Bucht Bali aus. Eine gute Wahl, wie sich herausstellt. Wir finden einen guten Liegeplatz an der kleinen Mole, eigentlich parkt dort ein Daysailing Katamaran, aber der ist gerade auf Tour, mindestens bis zum nächsten Mittag, wie uns gesagt wird. Das reicht uns. Wir gehen baden, gut und günstig essen und danach noch auf einen Absacker in die Piratenbar, eine niedliche kleine Kneipe, die in ein altes Schiffswrack hineingebaut wurde. Dort spielen einige Griechen Lifemusik. Eigentlich steht Rock aus den 60er bis 80er Jahren auf dem Programm, aber nach einer Weile landen sie doch eher bei traditioneller griechischer Musik. Können sie auch besser. Ich freue mich, als ich auf der Getränkekarte Weißbier entdecke und bestelle gleich eins. Die Kellnerin tut sich dann jedoch etwas schwer und bringt stattdessen ein Warsteiner Pilsener. Na ja, man kann nicht immer gewinnen. Tom singt dann den restlichen Abend: "Ja des Warsteiner Weißbier des is hoid a Pracht hollara" Schön, das ich zu seiner Unterhaltung beitragen konnte. :)
- Location:Ormos Bali
- Mood:
good
Sorry, diesmal gibt es nur einen Sammel-Eintrag mit einem Überblick über die letzten 12 Tage. Wir sind von Kassos nach Sitia auf Kreta gefahren, alles in allem eine lange aber ruhige Überfahrt. In Sitia haben wir in der ersten Nacht nicht so toll gelegen, aber nachdem wir uns am zweiten Tag quer an die Mole verholt haben, gefiel es uns eigentlich ganz gut. Und das war gut so, denn starke Winde aus Nordwest und eine leichte Segelunlust unsererseits hielten uns für volle 6 Nächte in Sitia fest, das ist der längste Aufenthalt, den wir uns bis jetzt irgendwo auf diesem Törn gegönnt haben.
Sitia ist ein relativ entspannter aber auch recht höhepunktsloser Ferienort mit einem netten Strand. Es gibt aber auch ein paar Einheimische, soll heißen, die Stadt macht nicht den Eindruck, ausschließlich vom oder für den Tourismus zu existieren.
Am Montag den 10. August stießen Manu und Tom zu uns, die für knapp zwei Wochen unsere Gäste sein werden. Am Mittwoch den 12. August sind wir dann bei immer noch relativ starkem Wind nach Agios Nikolaos (von Tom liebevoll Nikolaushausen getauft) weitergefahren. Dort verbrachten wir einen weiteren Tag und legten dann noch einen Zwischenstopp in Elounda ein, bevor wir am Samstag dem 15. August nach Heraklion gefahren sind. Diesmal stand der Wind auf West und uns somit wirklich frontal entgegen mit 5 bis 6 Windstärken. Wir haben uns die ersten vier oder fünf Stunden kreuzenderweise unter Segeln vorangekämpft, bevor wir uns eingestehen mussten, dass wir bei diesem Tempo nie und nimmer vor Einbrechen der Dunkelheit in Heraklion ankommen würden. Also Möppel an, Augen zu und durch. Etwa um halb neun Abends waren wir da. Hier liegen wir jetzt im sogenannten venezianischen Hafen und warten, dass der Wind wieder etwas abschwächt oder zumindest weiter auf Nord dreht, was laut Wettervorhersage morgen der Fall sein soll.
Ich habe meinen Rückflug gebucht, am 8.September werde ich von Zakynthos aus nach Deutschland zurück fliegen. Ich freue mich sehr auf zu Hause, aber natürlich ist es auch ein komisches Gefühl, die gute Seemannschaft nach so langer Zeit zu verlassen.
Markus wird die Reise noch länger fortsetzen, aber auch für ihn beginnt langsam der Rückweg. Vor einigen Tagen haben wir ein "for sale" Schild hinten ans Schiff gemacht und es haben sich auch schon die ersten Interessenten gemeldet. Auch der Sommer hat, obwohl es immer noch sehr heiß ist, das meiste hinter sich. Es wird abends spürbar früher dunkel und die Nächte werden schon merklich kühler.
Sitia ist ein relativ entspannter aber auch recht höhepunktsloser Ferienort mit einem netten Strand. Es gibt aber auch ein paar Einheimische, soll heißen, die Stadt macht nicht den Eindruck, ausschließlich vom oder für den Tourismus zu existieren.
Am Montag den 10. August stießen Manu und Tom zu uns, die für knapp zwei Wochen unsere Gäste sein werden. Am Mittwoch den 12. August sind wir dann bei immer noch relativ starkem Wind nach Agios Nikolaos (von Tom liebevoll Nikolaushausen getauft) weitergefahren. Dort verbrachten wir einen weiteren Tag und legten dann noch einen Zwischenstopp in Elounda ein, bevor wir am Samstag dem 15. August nach Heraklion gefahren sind. Diesmal stand der Wind auf West und uns somit wirklich frontal entgegen mit 5 bis 6 Windstärken. Wir haben uns die ersten vier oder fünf Stunden kreuzenderweise unter Segeln vorangekämpft, bevor wir uns eingestehen mussten, dass wir bei diesem Tempo nie und nimmer vor Einbrechen der Dunkelheit in Heraklion ankommen würden. Also Möppel an, Augen zu und durch. Etwa um halb neun Abends waren wir da. Hier liegen wir jetzt im sogenannten venezianischen Hafen und warten, dass der Wind wieder etwas abschwächt oder zumindest weiter auf Nord dreht, was laut Wettervorhersage morgen der Fall sein soll.
Ich habe meinen Rückflug gebucht, am 8.September werde ich von Zakynthos aus nach Deutschland zurück fliegen. Ich freue mich sehr auf zu Hause, aber natürlich ist es auch ein komisches Gefühl, die gute Seemannschaft nach so langer Zeit zu verlassen.
Markus wird die Reise noch länger fortsetzen, aber auch für ihn beginnt langsam der Rückweg. Vor einigen Tagen haben wir ein "for sale" Schild hinten ans Schiff gemacht und es haben sich auch schon die ersten Interessenten gemeldet. Auch der Sommer hat, obwohl es immer noch sehr heiß ist, das meiste hinter sich. Es wird abends spürbar früher dunkel und die Nächte werden schon merklich kühler.
- Location:Heraklion
- Mood:
gloomy
Noch ein Landtag auf Kassos. Markus und ich schlafen bis mittags unseren Rausch aus. Dann Strand und Wirt. Es ist wieder sehr heiß. Erst abends, gegen 18 Uhr, ist es soweit abgekühlt, dass wir einen langen Spaziergang zu den Inseldörfern Panagia und Agia Marina unternehmen. Vor allem zweiteres ist sehr hübsch und sehr ursprünglich. So ursprünglich, dass wir uns wirklich wie Eindringlinge vorkommen und vorsichtig wieder aus dem Dorf schleichen. Wir schließen Freundschaft mit einem Esel, für den ich unterwegs ein paar Feigen klaue und einem Hund, der uns bis fast zum Schiff nachläuft.
- Location:Emporios
- Mood:
happy
Landtag auf Kassos. Wir verholen das Schiff aus dem Hafen in Fry in den alten Hafen in Emporios, wo man besser liegt und statt Baustellenlärm einen netten kleinen Strand hat. Es ist tierisch heiß. Wir hängen am Strand und in diversen Wirtshäusern herum. Außerdem klappern wir sämtliche Haushaltsläden in Fry ab (erstaunlich viele, eigentlich), um eine neue Fassung und Glühbirne für unser Buglicht zu kriegen, das hat es nämlich beim Anker aufholen am Vortag zerlegt. Rohe Kräfte, sinnlos und so.
Abends bringen wir Bitzn und Fuffi zur Fähre. Das heißt, wir haben das vor. Allerdings hat die Fähre saftige vier Stunden Verspätung, was dazu führt, dass wir aus Langeweile sehr viel Bier trinken. Und ein wenig vom selbstgebrannten Raki eines Ford Fiesta Fahrers, der neben uns ebenfalls auf die Fähre wartet. Die Fähre kommt erst um vier Uhr morgens.
Abends bringen wir Bitzn und Fuffi zur Fähre. Das heißt, wir haben das vor. Allerdings hat die Fähre saftige vier Stunden Verspätung, was dazu führt, dass wir aus Langeweile sehr viel Bier trinken. Und ein wenig vom selbstgebrannten Raki eines Ford Fiesta Fahrers, der neben uns ebenfalls auf die Fähre wartet. Die Fähre kommt erst um vier Uhr morgens.
- Location:Emporios
- Mood:
drunk
